Knieschmerzen

Knieschmerzen

Schach, schön und gut, aber Ihr Körper schreit wieder nach „echtem“ Sport? 3. Stock, Altbau, ohne Lift – ein Alptraum?

Sie leiden unter Ihren Knieschmerzen und wünschen sich wieder:

  • mehr Lebensqualität
  • unbeschwerte Lust an Bewegung
  • und vor allem: Schmerzfreiheit!

Ursache Knieschmerzen

Ursache der Knieschmerzen

GUT, dass sie da sind, Ihre Schmerzen im Knie! Knieschmerzen sind ein Warnsignal.

  • Sie alarmieren: Achtung! Da ist etwas nicht in Ordnung!
  • Sie fordern sehr effizient zur Schonung und damit zur Schadensbegrenzung auf.
  • Sie motivieren dazu, der Sache auf den Grund zu gehen, die Ursachen zu erforschen und einen Weg zur Heilung zu finden. Machen Sie sich auf den Weg!

Erstes Etappenziel auf dem Weg zur Schmerzfreiheit ist die richtige Diagnose: Worauf sind Ihre Knieschmerzen zurückzuführen? Oder ganz salopp gefragt: Was ist eigentlich los in Ihrem Knie?

A. Das verletzte Knie

Der durch Schmerz gemeldete Schaden in Ihrem Knie ist durch eine Verletzung wie etwa einen Sportunfall, einen Sturz oder das Verdrehen des Kniegelenks passiert. Der Mediziner spricht von einem sogenannten Makrotrauma (im Gegensatz zu Mikrotraumen, die durch Fehl- und Überbelastung entstehen).

  • Bänderzerrung
  • Bänderriss
  • Meniskusquetschung
  • Meniskusriss
  • Knorpelverletzung
  • Knochenprellung
  • Knochenbruch
Sportunfall Knieverletzung
Viele Knieverletzungen sind auf Sportunfälle zurückzuführen
Krankenwagen nach Knieunfall

Zu den kleineren Verletzungen zählen Bänderzerrung, Meniskusquetschung, Knorpel- und Knochenprellung. Diese sogenannten „Bagatellverletzungen“ möchten aber ernst genommen und angemessen behandelt werden, um nicht schwerwiegendere Verschleißerscheinungen nach sich zu ziehen. Knochenbrüche sind in der Regel so offensichtlich, dass nicht der „Knieschmerz“ Ausgangspunkt für die (meistens rasch erforderliche) Behandlung ist.

B. Das fehlbelastete Knie

Wird das Knie immer wieder geringfügig falsch belastet oder überbeansprucht, summieren sich diese sogenannten Mikrotraumen (das kann beim Sporteln geschehen, aber auch bei Alltagstätigkeiten wie beim Unkrautjäten, Mit-den-Kindern-am-Boden-Hocken, Schleppen schwerer Lasten, Gassi-Führen eines Dinosauriers…).

Schlussendlich ist auch hier ein größerer Schaden entstanden, der nun durch Schmerz gemeldet wird. Es liegt auf der Hand, dass die Suche nach der Ursache der Fehlbelastung Voraussetzung für Therapie und nachhaltige Heilung ist.

Mögliche Folgen der Fehlbelastung

  • Bänderentzündung
  • Meniskusverschleiß
  • Knorpelschaden
  • Knochenödem
Muskuläre Dysbalanace
Ein Ungleichgewicht in der "Muskelverteilung" führt zur Fehlbelastung des Knies

Ursachen der Fehlbelastung

Ob Ihr Knie (als Teil des gesamten Bewegungsapparats) den bestimmungsgemäßen, exakten Bewegungsablauf leisten kann oder ob es fehlbelastet wird, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab:

  • Körperhaltung (Hohlkreuz, vorgebeugter Oberkörper…)
  • schwache Beinmuskulatur
  • Ungleichgewicht zwischen Bein- und Rumpfmuskulatur (muskuläre Dysbalance)
  • muskuläre Dysbalance innerhalb der Beinmuskulatur
  • Beinfehlstellungen wie X-Beine oder O-Beine
  • Übergewicht
  • körperliche Bewegung/Sport entsprechend dem gesamten muskulären Trainingszustand oder unangemessen überfordernd
  • inadäquates Schuhwerk

C. Der Schmerz als Wegweiser

Entsprechend dem komplexen System Kniegelenk hat auch der Schmerz im Knie viele Gesichter. Sie können dabei helfen, herauszufinden, welcher Teil des Kniegelenks betroffen ist und sind Teil des Diagnoseverfahrens.

  • Wo tut`s weh (innen, außen, vorne, hinter oder unterhalb der Kniescheibe, hinten in der Kniekehle, über dem Knie)?
  • Ist das Knie geschwollen und/oder erwärmt?
  • Ist ein Bluterguss sichtbar?
  • Ist eine Rötung sichtbar?
  • Ist das Knie in seiner Bewegung eingeschränkt?
  • Wann tritt der Schmerz auf?
  • Strahlt der Schmerz in die umgebende Muskulatur aus?
  • Kam der Schmerz plötzlich oder verstärkt er sich schleichend?

Hilfreiches Wissen im Diagnoseverfahren: Bänder und Menisken sind – im Gegensatz zu Knochen- und Knorpelgewebe – dicht mit Nerven versorgt und gut durchblutet. Folgen wir dem Schmerz, zeigt er uns, welche Struktur betroffen sein könnte:

Schmerzauftritt Bänderzerrung, Bänderriss, Meniskusquetschung oder Meniskusriss Knorpelschäden oder Knochenprellungen
sofort nach verletzendem Ereignis

Stunden bis Tage nach dem verletzenden Ereignis

bewegungsabhängig

bewegungsunabhängig

Die Anatomie des Knies

Dieses Wunderwerk ist das größte und am aufwendigsten gebaute Gelenk Ihres Körpers, sozusagen ein Hochleistungspräzisionsgerät.

Es setzt sich aus zwei Einzelgelenken zusammen und hat an Kraftübertragung, Stoßdämpfung und Mobilität Einiges zu leisten.

Knie Anatomie
  • (1) Kniescheibe
  • (2a) Oberschenkelrolle innen
  • (2b) Oberschenkelrolle außen
  • (3a) Schienbeinplatte innen
  • (3b) Schienbeinplatte außen
  • (4a) Meniskus innen
  • (4b) Meniskus außen
  • (5) Vorderes Kreuzband
  • (6) Hinteres Kreuzband
  • (7) Inneres Seitenband
  • (8) Äußeres Seitenband
  • (9) Schienbein
  • (10) Wadenbein

Bänder

Dienen der Stabilisierung des Kniegelenks. Die Muskulatur unterstützt den Bandapparat. Deren präzises Zusammenspiel ermöglicht exakte Bewegungsabläufe.

Außerhalb der Gelenkskapsel

  • Kniescheibenband
  • Seitenbänder: Außenband (5) und Innenband (7)
  • Kniekehlenbänder

Innerhalb der Gelenkskapsel

  • Kreuzbänder: vorderes (8) und hinteres (6)

Knochen

Knöcherne Bestandteile (sind an den Kontaktflächen mit einer Knorpelschicht überzogen, um reibungs-lose Beweglichkeit zu gewährleisten):

  • Teil des Oberschenkelknochens
  • Teil des Unterschenkelknochens
  • Teil des Wadenbeins (10)
  • Kniescheibe (1)

Meniskus

2 halbmondförmige Faserknorpelscheiben gleichen die nicht exakt aufeinander passenden Gelenksflächen aus und dienen als Stoßdämpfer:

  • Innenmeniskus (4a)
  • Außenmeniskus (4b)

Lebenslauf: Ihr Knie lebt!

Sämtliche Bestandteile Ihres Knies sind lebendes Gewebe.

Das bedeutet, dass sie auf Reize und Belastungen reagieren:

  • regelmäßige, ausgewogene Bewegung von Kindesbeinen an sorgt für ein gesund entwickeltes Kniegelenk
  • adäquat durchgeführtes, regelmäßiges Training kräftigt das Kniegelenk
  • regelmäßige Überbelastung und/oder Fehlbelastung schaden dem Kniegelenk

Es macht einen Unterschied, ob eine Knieverletzung oder Fehlbelastung ein gesund entwickeltes, kräftiges oder ein unvorbereitetes Knie trifft.

Zusammenhänge: Ihr Knie ist Teil des Ganzen!

Auch wenn die Schmerzen im Knie jetzt Ihre größte Aufmerksamkeit verlangen, ist es doch notwendig, auch einen Blick über die Kniescheibe hinaus zu wagen. Die reibungslose Funktionstüchtigkeit Ihres Knies ist abhängig von der Funktionstüchtigkeit und Fitness aller Mitspieler im Bewegungsablauf. Die wichtigsten Bewegungs-Mitspieler beispielsweise beim Gehen, Laufen oder Treppensteigen sind:

  • Hüftgelenk
  • Sprunggelenk
  • Fuß-, Hüft- und Beinmuskulatur

Außerdem: Bewegt wird der ganze Körper und dementsprechend spielt auch die gesamte körperliche Verfassung eine nicht zu unterschätzende Rolle für die Reibungslosigkeit des Bewegungsspiels.

Selbsthilfe bei Knieschmerzen

In manchen Fällen können Sie sich und Ihrem Knie selbst helfen. Die Besserung muss rasch eintreten und die Beschwerden müssen restlos abklingen.

Wann?

Wie?

  • schmerzauslösende Bewegungen meiden; den Schmerz nicht ignorieren
  • ruhen und hochlagern
  • kühlende Maßnahmen treffen
  • entzündungshemmende Maßnahmen treffen (Topfenwickel und entzündungshemmende Salben)
Selbstheilung hochlagern
Hochlagern und Ruhigstellen des Kniegelenkts kann Ihnen bei vorübergehender Überbelastung helfen
Beim Arzt wegen Knieschmerzen

... oder doch besser ab zum Kniespezialisten

Selbstbehandlung ist meist „nur“ Symptombehandlung. Führt sie nicht rasch zur völligen Schmerzfreiheit ist die ärztliche Suche nach den Schmerzursachen unbedingt erforderlich.

Schmerzen ohne offensichtlichen Auslöser und jede Verletzung außerhalb des Bagatellbereichs bedürfen jedenfalls der Prüfung und Behandlung durch einen erfahrenen Spezialisten.

  • Anfängliche Bagatellverletzungen, nicht ernst genommen oder nicht adäquat behandelt, können zu schwerwiegenderen Folgeschäden führen.
  • Unbehandelte Infektionen können zum teilweisen oder auch vollständigen Bewegungsverlust (Gelenksversteifung) führen.
  • Knieschmerzen können auch auf eine andere Erkrankung hinweisen, deren frühe Diagnose wichtig ist für den Heilungserfolg.